Schulter - Allgemeine Informationen

Das Schultergelenk (Artikulatio humeri) beseht aus dem Schulterblatt (Scapula) und dem Oberarmbein (humerus) und wird vor allem durch Muskeln (Routationsmanchette) gesichert. Durch das Zusammenspiel von Bändern, Muskeln und Gelenkkapsel ist das Schultergelenk das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, da es sich um drei Achsen bewegt. Selbst durch Bewegung des Schulterblattes kann dieses Kugelgelenk verschoben werden, so dass der Arm in viele verschiedene Stellungen gebracht und optimal gebraucht werden kann. Am knöchernen Pfannenrand ist die Gelenkkapsel des Schultergelenkes mit den Gelenkbändern (Ligamentum coracohumerale, Ligamentum coracoglenoidale, Ligamenta glenohumeralia) an einem elastischen Ring (Labrum) verbunden, der für die Stabilität verantwortlich ist.

Die Schulterluxation stellt die relativ häufigste Verletzung des Schultergelenkes („Der ausgekugelte Arm“) dar. Dabei werden die eben genannten Strukturen beschädigt und die Schulter renkt sich immer wieder aus. Die abgerissenen Bänder und die Gelenklippe werden bei der OP wieder angenäht und die Schulter ist wieder voll belastungsfähig.

Beim Engpass-Syndrom (Impingementsyndrom) besteht eine Einengung zwischen Schulterdach- und Oberarmknochen: Die dort verlaufende Sehne und der Schleimbeutel werden schmerzhaft gequetscht, die durch eine chronische Überlastung z. B. durch Überkopftätigkeiten hervorgerufen werden können. Bei der Therapie wird der Raum für Sehne und Schleimbeutel durch gezielte Übungen, abschwellende Medikamente oder einer arthroskopischen OP erweitert.

Durch einen Sturz auf die Schulter kommt es oft zu einem Sehnenriss (Rotationsmanschettenriss). Neben chronischen Schmerzen ist ein zunehmender Kraft- und Funktionsverlust des Arms kennzeichnend für diese Erkrankung. Der Sehnenriss heilt nicht von selbst und ist mittels Arthroskopie oder in Kombination minimal-invasiv offen (mini-open repair) reparabel.

Unter dem Schulterdach befindet sich ein Schleimbeutel, der das optimale Gleiten der Sehnen unter dem Schulterdach ermöglicht und einen Schutz der Sehnen gegen zuviel Druck darstellt. Durch Überlastung kann es zu einer schmerzhaften Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis subacromialis) kommen, die durch Schonung, Kühlen, entzündungshemmende Salben, Tabletten oder Spritzen behandelt werden kann.

Ebenso wie bei der Hüftarthrose oder nach Unfällen gibt es bei Schultern etwa seit 1995 Schulter-Endoprothesen („künstliches Schultergelenk“). Welches Implantat verwendet wird ist abhängig von Art und Ausprägung der Veränderungen an den Gelenkflächen, der Gelenkkapsel und den stabilisierenden Bändern / Sehnen sowie vom Alter und Gesundheitszustand.