Schultersteife - Frozen Shoulder

Unter der Erkrankung Frozen Shoulder versteht man eine schmerzhafte Schultersteife. Sie zeichnet sich durch eine schmerzbedingte Einschränkung der Schulterbeweglichkeit aus. Dieser schmerzhaften Schultersteife liegen verschiedene Ursachen zugrunde. Die Bezeichnung Frozen Shoulder bedeutet lediglich eine schmerzbedingt eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter.

Ist die eigentliche Ursache der Schmerzen bekannt, teilt man sie in eine sekundäre Frozen Shoulder, primäre oder idiopathische Frozen Shouler oder adhäsive Kapsulitis ein. Mögliche Ursachen entstehen beispielsweise durch Fehlhaltung oder Fehlbelastung. Die Schulter funktioniert über eine Gelenkpfanne, eine Gelenkkapsel und der Muskulatur. Je nach Bewegung wirft die Kapsel Falten. Werden jetzt bestimmte Bewegungen vermieden, kleben diese Falten fest und es bildet sich ein Kapselmuster. Weiterhin kann aber auch eine Verkürzung der Schultermuskeln die Schmerzen hervorrufen. Bei der primären Erkrankung sind mögliche Ursachen unbekannt. Bei der sekundären Erkrankung können auch Verletzungen, Operationen oder auch krankhafte Veränderungen an der Rotatorenmanschette vorliegen.

Meist tritt die Frozen Shoulder zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Dabei sind Frauen und Männer gleich oft betroffen. Bei 30% der Betroffenen tritt diese Erkrankung beidseits auf. Vor allem als Begleiterkrankung bei Schilddrüsenfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus tritt diese Schultererkrankung auf.

Bei der primären Form tritt das Krankheitsbild in 3 Stufen auf. Anfangs ist eine Synovitis diagnostizierbar, diese nimmt im Laufe der Erkrankung zu und hat sich bis ins Endstadium zu einer Atrophie in der Gelenkkapsel ausgeweitet. Dieser Verlauf kann ein bis vier Jahre dauern. Die Heilungschancen sind gut, wobei leichte Einschränkungen zurückbleiben können.

Bei der sekundären Form kommt es zum verkalkenden Schleimbeutelentzündung. Diese entsteht entweder wenn der Kalkpfropfen eingeklemmt wird und das darum befindliche Gewebe anschwillt oder bei Überlastung der Schulter. Bei einer Verletzung der Rotatorenmanschette kommt es meist auch zu einem Impingementsyndrom. Gerade das Impingementsyndrom gilt als die häufigste Ursache der Frozen Shoulder. Die genauen Ursachen des Impingement, also der Einklemmung, sind nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise kann eine einklemmte Sehne so irritiert werden, dass sie anschwillt.
Bei der Frozen Shouler liegt also immer eine Schädigung des Schultergelenkes vor. Diese Schäden können entweder Überlastung wie genauso Verletzungsfolgen vorausgehen. Gerade bei schwerer Arthrose kann die Ursache oft auf eine andere Erkrankung zurückgeführt werden. Nicht selten waren die Betroffenen vorher über längere Zeit auf Gehilfen, also Unterarmgehstützen angewiesen. Diese degenerative Veränderung führt im Anschluss zu einer stark schmerzhaften Bewegungseinschränkung. Schreitet die Erkrankung fort, kommt es häufig zu der Diagnose einer aktivierten Arthrose. Hierbei ist neben der degenerativen Veränderung auch noch eine entzündliche Reaktion aufgetreten.

Eine weitere Möglichkeit sind auch arthritische Reizzustände. Wie bei jedem anderen Gelenk auch, kann auch die Schulter von einem entzündlichen Prozess betroffen sein, man spricht dann von arthritischen Reizzuständen. Hier kann je nach Erkrankung eine Polyarthritis oder eine Oligoarthritis vorliegen. Sehr selten kann auch Krebs eine Ursache sein. Manchmal legen sich Metastasen von einer Krebsgeschwulst in den Oberarmkopf ab.

Weiterhin sind auch unerkannte Brüche oder Osteoporose denkbar. Diese Erkrankungen haben dieselben Symptome wie die Frozen Shoulder. Was zudem nicht vergessen werden darf, ist die Psychosomatik. Oft liegt der Erkrankung auch eine Spannungsstörung der Schultermuskulatur vor. Durch die innere Anspannung können sich ebenfalls Schulterschmerzen entwickeln.
Die Diagnostik der Frozen Shoulder wird vorrangig durch die starke Bewegungseinschränkung festgelegt. Dazu gehören aber auch diverse Untersuchungen, wie Röntgendiagnostik und Laborparameter. Manchmal kann auch ein MRT, eine Arthroskopie oder Arthrographie in die Diagnosefindung mit einbezogen werden.

Die Therapie der Frozen Shoulder kann je nach Krankheitsverlauf über Jahre andauern. Angefangen von medikamentöser schmerz- und Entzündungstherapie, über Bewegungstherapie und Krankengymnastik bis hin zur operativen Behandlung. Unterstützend sollte man die Rücken und Nackenmuskulatur lockern (zb. mit einem Massagestuhl oder einer Massagematte) um Beschwerden an umliegenden Gelenken vorzubeugen.