Künstliches Schultergelenk - Schulterendoprothese

Besteht eine nicht mehr behebbare, schwere Arthrose oder eine fortgeschrittene Entzündung, die das Gelenk zerstört, kann ein künstliches Schultergelenk eingesetzt werden. In Abhängigkeit von der Art und der Ausprägung der Veränderungen an den Gelenkflächen, sowie vom Alter und Gesundheitszustand der Patienten, wählt der Arzt das geeignete Operationsverfahren. Unter Narkose wird das Schultergelenk über einen vorderen oder seitlich-oberen Hautschnitt freigelegt.

Es gibt unterschiedliche Operationsverfahren:

  • Oberflächenersatz des Oberarmkopfes
    Dabei wird der Oberarmkopf überfräst und eine Metallkappe aufgesetzt. Der Oberarmkopf wird durch das Implantat mit einer neuen Oberfläche überzogen.
  • Ersatz des Oberarmkopfes:
    Ein Teil des Oberarmkopfes wird entfernt und die Prothese mit einem Metallstiel in den Armknochen eingesetzt
  • Ersatz der Schultergelenkpfanne
    Manchmal muss auch die Schultergelenkpfanne angefräst und durch eine künstliche Prothese ersetzt werden.
  • Implantation einer Spezial-Endoprothese
    Liegen ausgedehnte Weichteilschäden oder Verletzungen der Knochensubstanz vor kann die Verwendung spezieller Implantate (Endoprothesen) oder einer individuell angefertigten Endoprothese erforderlich sein.

Die Prothese kann entweder durch passgenaues Einsetzen und langsames Verwachsen mit dem Knochengewebe befestigt werden. Dieser Vorgang dauert mehrere Monate, dennoch kann die Schulter frühzeitig wieder bewegt werden. Prothesenteile und Knochen können aber auch mit einem speziellen, schnell härtendem Kunststoff ("Knochenzement") verbunden werden. Dieser härtet schon während der Operation aus. Die Schulter kann also direkt nach dem Eingriff wieder bewegt werden. Manchmal werden beide Methoden auch miteinander kombiniert.

Sollte sich die Prothese nach einigen Jahren lockern kann sie ausgetauscht werden. Kommt es zu Ermüdungsbrüchen des Knochens in der Nähe der Prothese wird man diese ebenfalls operativ stabilisieren.

Der Einsatz eines künstlichen Schultergelenkes führt meist in kurzer Zeit zur Schmerzlinderung und zu Beschwerdefreiheit. Allerdings ist dieses Verfahren noch nicht so häufig im Einsatz wie zum Beispiel beim künstlichen Ersatz eines Kniegelenkes. Möglicherweise kommt es zu geringfügigen bis mäßigen Einschränkungen der Beweglichkeit.